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Rheurdt und Schaephuysen gehörten als Honschaften (Hundertschaften aus fränkischer Zeit) der Vogtei von Anfang an zum Herrschafts- und Einflussbereich der Grafen (ab 1339 Herzöge) von Geldern. Zur Honschaft Rheurdt zählten der Ort mit dem alten Edelsitz Bercdale (Meenenhof), die Bauernschaft Kengen, die Höfe zu Rayen und zu Sassenrath, eine der ältesten Ansiedlungen in der Ortschaft Rheurdt.

Schaephuysen wurde umkränzt von den Bauernschaften (im Uhrzeigersinn) Sand, Lind, Saelhuysen und Finkenberg. Später kam noch das Neufeld an der Grenze zur Grafschaft Moers hinzu. An dessen nördlichem Ende lag das Gut Kieckhorst, das heutige Schloss Leyenburg (1349 erstmalig erwähnt), ein geldrisches Lehnsgut. Schloss Bloemersheim dagegen lag teils auf moersischem, teils auf geldrischem Gebiet und hatte damit eine zweiherrige Lage.

Rheurdt und Schaephuysen waren ab 1713 Teil von Preußisch-Geldern. Unter französischer Herrschaft (formal ab 1795) sind Rheurdt mit Rayen und Vluynbusch und Schaephuysen dem geldrischen Einfluss entzogen und dem Canton Moers zugeordnet worden; eine Verbindung, die bis 1975 andauern sollte, als Rheurdt zum neuen Kreis Kleve kam.

Als eigenständige Gemeinden wurden Rheurdt und später auch Schaephuysen erst nach 1850 wieder errichtet. Ab 1862 bestand deren Verwaltung gemeinsam in Personalunion.

Rheurdt und Schaephuysen wurden ziemlich abrupt 1935 in das Amt Vluyn eingeamtet. Von der Bevölkerung wurde die Einamtung abgelehnt, da sie die Einamtung als Maßnahme der nationalsozialistischen Gewaltherrschaft ansah.

1945 sagten sich Rheurdt und Schaephuysen vom Amt Vluyn los und wurden eine eigene Kommune unter der Bezeichnung „Gemeinde Rheurdt“. Erst 1950 wurde das Amt Vluyn auch rechtlich aufgelöst.

1953 wurde nach Beschluss des Landeskabinetts in Düsseldorf die aus den Ortsteilen Rheurdt und Schaephuysen bestehende Gemeinde Rheurdt aufgelöst. Mit gleichem Zeitpunkt wurden die bisherigen Ortsteile Rheurdt und Schaephuysen selbständige Gemeinden unter Weiterführung ihrer Ortsbezeichnungen. Die Grenzen der Gemeinden Rheurdt und Schaephuysen wurden wieder hergestellt. Außerdem wurde genehmigt, dass die Gemeinden Rheurdt und Schaephuysen zum Amt Rheurdt mit dem Sitz in Rheurdt zusammengeschlossen werden.

Im Zuge der Kommunalen Neugliederung schlossen sich die amtsangehörigen Gemeinden Rheurdt und Schaephuysen 1968 zu einer neuen amtsfreien Gemeinde zusammen, wobei das Amt Rheurdt aufgelöst wurde. Die neue Gemeinde erhielt den Namen Rheurdt, die bisherigen Gemeinden Rheurdt und Schaephuysen wurden Ortschaften der neuen Gemeinde.

Dennoch ist Rheurdt mit 6.650 Einwohnern, die auf 3.000 Hektar Fläche leben, die kleinste Gemeinde im Kreis Kleve und eine der kleinsten Gemeinden im Land Nordrhein-Westfalen. Bereits frühzeitig suchte man daher die Zusammenarbeit mit Rheurdter und Schaephuysener Vereinen, mit Kirchen und Verbänden, mit Nachbarkommunen, mit dem Kreis und mit dem Land. Diese Kooperationen waren in den 1990er Jahren das Kennzeichen der kleinen Kommune Rheurdt, die so zum großen „Vorbild für andere“ wurde.

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Kwiatkowski, Jürgen

Telefon: 02845 - 96 33 83
E-Mail: archivar.rheurdt@outlook.de
Rathausstraße 35
47509 Rheurdt

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